33 Erfolgsprinzipien der Innovation

 

Für Gassmann und Friesike sind Innovationen ein Mix aus Veränderung, Inspiration, handwerklichem Geschick, Passion und Führungsfähigkeit. Dieses weitreichende Verständnis führt auch dazu, dass sie Prinzipien vorstellen, die Motivation, Kreativität, Selbstmanagement, Wertschätzung, Fehlertoleranz und Kultur beinhalten. Beide Autoren betonen, dass ihr Buch weder eine wissenschaftliche Abhandlung noch einen Werkzeugkasten darstellt.

 

Die einzelnen Prinzipien tragen teilweise einprägsame (bspw. Ästhetik-Prinzip), aber auch exotische Namen (z. B. Serendipity-Prinzip). Jedoch werden sie auf wenigen Seiten erklärt und durch Beispiele verdeutlicht. Am Ende erhält der Leser eine kurze Zusammenfassung. Erwähnenswert sind die gelungenen Illustrationen und Zitate, mit denen jedes Kapitel eingeleitet wird. Der Blick ins Literaturverzeichnis verdeutlicht, dass zahlreiche Standardwerke herangezogen worden sind. Sofern ein betriebswirtschaftlicher Background vorliegt, sind einzelne Prinzipien, bspw. das Eisenhower-, Kaizen- und Kreativitätsprinzip, im Wesentlichen bekannt. Daneben sind aber auch exotischere Prinzipien enthalten, zum Beispiel das Boutique-Prinzip, das Musik-Combo-Prinzip oder das Methusalem-Prinzip.

 

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Details

 

Drei Prinzipien im Detail:

 

  1. Ästhetik-Prinzip: Design bewirkt Leidenschaft, Emotionen und verleiht dem Produkt eine besondere Anziehungskraft. Es ist einer der maßgeblichen Faktoren für die Kaufentscheidung. Jedoch haben viele Unternehmen die Ästhetik noch nicht als Verkaufsargument entdeckt. Dass Ästhetik zu mehr Umsatz führt, haben bspw. auch die koreanischen Autobauer Kia und Hyundai verstanden. Die stylischen Modelle von Kia, bspw. Rio, Sportage und Hyundai, z. B. i 30, schlagen sich auch in den Verkaufszahlen nieder.
     
  2. Nostalgie-Prinzip: Nostalgie ist die Antwort der Gesellschaft auf zu viel Neues. Ein Nebeneffekt unseres digitalen Zeitalters betrifft den Wunsch nach Bekanntem, was sich in einer regelrechten Retro-Welle widerspiegelt. Beispiele sind Schallplatten und das gute alte Notizbuch von Moleskine. Dass Retro hip ist, hat auch Nintendo verstanden. Mit dem Slogan: „Lass alte Erinnerungen wieder aufleben“, wirbt das Unternehmen für den Classic Mini Nes. Ab 11. November 2016 können NES-Klassiker wie Mario Bros., The Legend of Zelda, Donkey Kong etc. gespielt werden.
     
  3. Yogi-Berra-Prinzip: Dieses Prinzip trägt den Namen des legendären Catchers der New-York Yankees (1925 – 2015). Gemäß seiner Auffassung kann durch reine Beobachtung viel gelernt werden. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie durch Beobachtung herausfinden können, womit sich Kunden tatsächlich beschäftigen, was sie aufregt, ärgert oder irritiert. Heutzutage wird auch der Begriff „Customer Journey“ verwendet. Bei der Schweizer Bundesbahn (SBB) haben sich rund 3.000 Führungskräfte die Kundenbrille aufgesetzt und durchliefen in unterschiedlichen Szenarien verschiedene Kontaktpunkte.
     

Zusammenfassend bietet das Buch eine gute Übersicht über die Erfolgsprinzipien der Innovationen. Es ist verständlich geschrieben und liefert einen guten Überblick sowie zahlreiche Impulse zum Nachdenken. Im Literaturverzeichnis sind zu jedem Prinzip die Quellen angegeben, sodass eine intensivere Beschäftigung möglich ist. Nachteilig ist die optische Qualität der Illustrationen und Zitate beim Lesen am PC (epub-Format). Doch dies fällt insgesamt kaum in Gewicht.

 

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© Stephan R. Luedtke