Immaterielle vor materiellen Vorgängen

Lange Zeit war Kapital die wichtigste Ressource in der Betriebswirtschaftslehre. Erst seit kürzerer Zeit setzt sich die Erkenntnis durch, dass für die Zukunft eines Unternehmens die immateriellen Faktoren wichtiger sind. Immaterielle Faktoren sind bspw.:

 

• Strategie

• Ideen

• Überzeugungen

• Wünsche

• Visionen

• Bedürfnisse

• Innovationskraft

• Know-how

• Motivation der Mitarbeiter

• Vertrauen der Kunden

• Wissen

• Ängste

• Zwangsvorstellungen

 

Kurzum, alle Werte, die sich nicht anfassen, anschauen, messen, wiegen oder zählen lassen. Problematisch dabei ist, dass Erfolge eher in Zahlen gemessen werden, z. B. Einkommen, Gewinn und Investitionen.

 

Die Wurzel alles Materiellen liegt im Immateriellen

 

Erfahrene Unternehmer und Führungskräfte haben schon immer gewusst, dass die Konzentration auf immaterielle und materielle Faktoren gleichermaßen wichtig ist, denn jeder Umsatz, jeder Gewinn oder Verlust ist irgendwann einmal etwas Immaterielles gewesen. Beginnend mit einem Kundenbedürfnis, dass sich in Nachfrage und Zahlungsbereitschaft äußert, entstehen Produkte und/oder Dienstleistungen. Um diese Produkte und/oder Dienstleistungen zu erstellen, werden immaterielle Faktoren in Form von Know-how und Wissen über Kunden, Märkte, Prozesse etc. und materielle Faktoren in Form von Material, Maschinen, Arbeitskräften usw. benötigt. Je besser Unternehmen Kundenbedürfnisse befriedigen und je mehr Kunden den Unternehmen vertrauen, desto mehr Geld werden sie für die Leistungen ausgeben. Somit wird die enge Wechselwirkung zwischen immateriellen und materiellen Faktoren deutlich.

 

Dabei trifft diese Wechselwirkung nicht nur auf Unternehmen zu, sondern auch auf Menschen. Menschliche Gefühle und Gedanken (immaterielle Ebene) sind eng mit dem Körper verbunden (materielle Ebene). Dass dies zutreffend ist, wussten bereits die alten Römer vor rund 2.000 Jahren. Bis heute wird das Sprichwort: „Ein gesunder Geist steckt in einem gesunden Körper“ (Mens sana in corpore sano) verwendet.

 

Ob ein Mensch oder ein Unternehmen Erfolg hat oder nicht, wird also nicht von der Menge des Kapitals, sondern von dem Geist oder Spirit bestimmt, der hinter dem Vorhaben steht. Dass Kapital nicht mehr den wichtigsten Faktor darstellt, belegen Finanzierungsformen, wie bspw. Crowdfunding. Wann immer gute Vorhaben zu realisieren sind, finden sich Investoren. Je adäquater Unternehmer immaterielle Faktoren erkennen und beeinflussen, desto besser sind die materiell-finanziellen Ergebnisse. Das bedeutet aber nicht, dass die materielle Seite vernachlässigt werden soll. Vielmehr sollen beide Ebenen berücksichtigt werden. Strategische Instrumente, wie die Balanced Scorecard, unterstützen dabei.

 

Quellen:

 

Vgl. Bürkle, Hans (Hrsg.): Mythos Strategie, Mit der richtigen Strategie zur Marktführerschaft Die Erfolgsstrategien von 15 regionalen und globalen Marktführern, 2. aktualisierte und ergänzte Auflage 2012, Wiesbaden

 

Vgl. Friedrich, Kerstin, Malik, Fredmund und Seiwert, Lothar: Das große 1x1 der Erfolgsstrategie, EKS® – Erfolg durch Spezialisierung, 17. aktualisierte Auflage 2013, Offenbach

 

Vgl. Friedrich, Kerstin: Fokus finden, Erfolg durch engpasskonzentrierte Strategie, Quadro 26, 2012, Berlin

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„Zum Vorwärtskommen gehört Unangenehmes: Wenn du höher hinaus willst als die große Menge, so mache dich zum Leiden bereit.“ Carl Hilty

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© Stephan R. Luedtke