Balanced Scorecard (BSC) -  Festlegung der Maßnahmen und Kennzahlen

 

Um die Ziele zu erreichen, müssen Maßnahmen, die auch strategische Aktionen genannt werden, festgelegt werden. Eine gute Orientierung für die Festlegung der Aktionen ist das ZAK-Prinzip bestehend aus:

 

  • Ziel
  • Aktion
  • Kennzahl

 

Dieses Prinzip stellt sicher, dass hinter jedem Ziel auch eine Aktion steht und der Fortschritt der Aktion durch eine Kennzahl gemessen wird. Die Ziele werden aus der Strategy Map übernommen. Bei den Maßnahmen müssen Unternehmen aufpassen, dass sie sich nicht verzetteln. Aus diesem Grund sollten alle Aktionen nach Ihrer Identifizierung auch priorisiert werden. Diese Priorisierung ist wichtig, da die Aktionen unterschiedliche Ressourcen (Geld und Zeit) binden und der Erfolg sich auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten einstellt.

 

Des Weiteren besitzt kein Unternehmen die Mittel sämtliche Maßnahmen umzusetzen. Den Kennzahlen kommt im Rahmen der BSC eine hohe Bedeutung zu. Die „Väter“ der BSC sind der Auffassung, dass eine Steuerung eine Messung voraussetzt. Demnach kann nur das gesteuert werden, was messbar ist („if you can't measure it you can't manage it“). Wichtig ist jedoch sich vor Augen zu führen, dass die Kennzahlen nur den Fortschritt der strategischen Aktion angegeben. Blindes Vertrauen in die Kennzahlen ohne Interpretation kann fatale Folgen haben. Denn jede Kennzahl kann „verdreht“ werden oder mit Fehlern behaftet sein (bspw. unzuverlässige Quellen und Berechnungsmethoden). Demnach ist für die Steuerung letztlich nur der Mensch verantwortlich.

 

Bei der Auswahl der Kennzahlen sind vier wesentliche Aspekte zu berücksichtigen:
 

 

  1. Erstens sollten Kennzahlen gewählt werden, die das Ziel klar und präzise umschreiben und die Entwicklung der Zielerreichung abbilden können.
     
  2.  Zweitens sollte darauf geachtet werden, dass die Kennzahlen aus Früh- und Spätindikatoren bestehen. Frühindikatoren sind bspw. Kundenbeziehungen, Mitarbeiterfertigkeiten und -zufriedenheit. Sie sind Frühindikatoren, da eine Veränderung eher bemerkt wird. Bei den Spätindikatoren handelt es sich z.B. um RoS, Marktanteil, Umsatz etc.
     
  3. Drittens sollten nicht zu viele Kennzahlen verwendet werden. Vier bis sieben pro Perspektive sollte das Maximum sein. Insgesamt sollte die BSC nicht mehr als zwanzig Kennzahlen beinhalten.
     
  4.  Als letztes muss darauf geachtet, dass die Kennzahlen ohne großen Aufwand ermittelt werden können. Es hat keinen Sinn ganze Abteilungen für die Bildung von Kennzahlen zu beschäftigen.

 

Weiterer Artikel: Balanced Scorecard - die Visualisierung

 

Literaturquellen:
 

Vgl. Dietl, Walter: Strategieorientierung mit der Balanced Scorecard, in: Böhnisch, Wolf u. Krennhuber, Elisabeth (Hrsg.), Balanced Scorecard- das neue Managementkonzept aus theoretischer und praktischer Sicht, 2001, Linz


Vgl. Friedag, Herwig R. u. Schmidt, Walter: Balanced Scorecard- Der aktuelle Stand nach 15 Jahren in: Der Controller-Berater, Information, Instrumente, Praxisberichte, Heft 7, o.O., 2005

 

Vgl. Schermann, Michael P.: Management-Informationssysteme, praxisgerechte Steuerungstools auf Basis der Balanced Scorecard, 2007, Wien


Vgl. Horváth & Partner: Balanced Scorecard umsetzen, 2. Auflage, 2001, Stuttgart

„Zum Vorwärtskommen gehört Unangenehmes: Wenn du höher hinaus willst als die große Menge, so mache dich zum Leiden bereit.“ Carl Hilty

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© Stephan R. Luedtke